Geschichte

Die Geschichte unserer Feuerwehr begann im Mai 1793, als der damalige Schultheiß (Bürgermeister) von Oelze vergebens bei seinem Landesherren darauf hinwies, dass bei Ausbruch eines Feuers weder eine größere Leiter, noch Feuerhaken, geschweige denn eine Spritze vorhanden sei.

Bei einer Überprüfung im Fürstentum Schwarzburg – Sondershausen, betreffend der Feuerlöschsituation, wurde an den hochgelehrten Regierungsrat berichtet, dass Oelze sich Feuerspritzen anschaffen könne, da der Ort nicht zu klein sei.

So geschah es im Jahre 1806, dass dem Schultheiß von Oelze Johann Bernhard Wießner vom hochfürstlichen Amt nahe gelegt wurde, eine Feuerspritze anzuschaffen.

 

Jedoch befanden, bei einer Umfrage, sämtliche Einwohner die Reparatur der Kirche, der Pfarrei und der Schule als wichtiger, so dass aus Geldmangel keine Spritzen gekauft werden konnten.

Der Schultheiß schrieb: „[…] das Gott auch weiterhin Feuer verhüten möge,[…] und sollte dies jedoch einmal aufkommen, gingen die „Hammer“ Arbeiter daran es zu löschen.“

 

Am 30. Mai 1811 brach im Ortsteil Masserhammer eine Feuerbrunst aus, die bis auf das Haus des Kanton Engelhard alles verzehrte und vom rudolstädtischem Dörfchen Oberhammer nichts übrig ließ. Insgesamt brannten 40 Wohnhäuser ab. Tragischer Weise kamen dabei auch ein 9 jähriger Junge und ein 2 ½ jähriges Mädchen ums Leben. Nach einem weiteren Brand im Dezember 1824, durch welches ein Haus völlig abbrannte, wurde dann von höherer Stelle die Anschaffung von Feuerspritzen „für dringlich befunden!“ Es wurden noch im selben Jahr drei Spritzen für die zahlreichen Ortsteile gekauft (dies ging aus Schriften vom ehemaligen Pfarrer Apfelstedt 1856 hervor). Von dieser Bestimmung aus wurden die Feuerspritzen wie folgt angesetzt, um den Brandschutz im Ort zu gewährleisten:

  •  Eine Handdruckspritze klein- im Masserhammer
  • Eine Handdruckspritze klein- im Rohrhammer; Spritzenhaus Schwemmbach
  •  Eine Handdruckspritze groß- in der Mitte des Ortes; nahe des jetzigen Gerätehauses.

 Gleichzeitig wurden notwendige Feuereimer, Schläuche, Haken und Leitern bereitgestellt. Weiterhin befanden es einige Bürger für besser, der Magdeburger General- Land- Feuer- Societät (eine Brandversicherung) beizutreten, um ihr Hab und Gut zu versichern.

Am 2. August 1828 zahlte die Direktion der Magdeburger Brandversicherungsgesellschaft eine Prämie von 7Thaler und 12 Groschen an die Gemeinde, für den Einsatz der Feuerspritze aus dem Rohrhammer mit den zugehörigen Männern am 11.Juni 1828. Beim Brand im Wittischen Haus in Katzhütte.

Laut eine Schreibens vom 20. Oktober 1877 des Gemeindevorstandes David Werner an den fürstlich schwarzburgischen Landrat zu Gehren, wurden die 3 Feuerspritzen von je 10 dazu bestimmten Männern bedient. Weiterhin wurden 4 Mann verpflichtet, die bei der Hauptspritze Löschgerätschaften zu bedienen hatten. Sämtliche Mannschaften wurden durch Handschlag verpflichtet und mit 3 Mark Strafe bei Nichterscheinen einer Probe oder bei Brandunglücken geahndet. 1878 genehmigte der fürstliche Landrat ein Ortstatut zur Bildung einer Pflichtwehr, für alle männlichen Bewohner von 18 bis 55 Jahren.

Am 29. September 1887 brach ein Feuer im Haus der Witwe Juliane Finn aus, das von Kindern mit Streichhölzern entfacht wurde. Das Haus der Witwe und das Nachbarhaus brannten völlig nieder.

Anhand einer Statistik des Thüringer- Feuerwehr- Verbandes von 1888, hatte der Ort Oelze eine Einwohnerzahl von 1037 und verfügte über 85 Mitglieder der Pflichtfeuerwehr, unter dem Kommando von Traugott Werner. Er hatte den Titel des Bezirksbrandmeisters inne. Ihm wurde am 21. August 1896 ein Feuerwehr-Ehrenzeichen, durch den Chausseewärter Kühnart, überreicht.

Im Jahre 1912 ereignete sich im Rohrhammer ein großer Wohnungsbrand. Hier wurden die Wohnhäuser von Hofmann und Heidas zum Raub der Flammen.

1926 kam es zu einem Brand in der Farbenfabrik Oelze und 1928 in der Schneidemühle Hutschenreuter. In diesen Jahren um die Jahrhundertwende waren Ernst Schillern und Albin Möller als Wehrleiter tätig.  

Die Pflichtfeuerwehr wurde 1932 aufgelöst und am 10.März des selben Jahres eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Als Wehrleiter wurde Otto Walther eingesetzte. Die Stärke der Feuerwehr betrug damals 30 Mann, einschließlich des Wehrleiters.

Zur Verstärkung der Kameraden wurde eine Motorspritze Magirus TS 4, einschließlich feuerwehrtechnischer Bestückung angeschafft. Da sich die alten Spritzenhäuser zur Unterbringung der Motorspritze nicht eigneten, erfolgte die Unterbringung in der Gemeinde Eisfelder Straße 1.

 

Als Nachfolger für den Wehrleiter Otto Walther wurde Karl Fink bestimmt. Er übte diese Funktion bis zum Jahre 1944 aus.

Ab diesem Zeitpunkt übernahm Helmut Witzmann die Wehrleitung in Oelze.

Nachdem ein großer Teil der Feuerwehrangehörigen von 1939 bis 1945 zur faschistischen Wehrmacht einberufen worden war, bestand die Feuerwehr Oelze durch eine Notdienstverordnung.

Der Aufbau der Feuerwehr nach dem Krieg war nicht einfach. Durch viele persönliche Initiativen des Wehrleiters und der Gemeinde gelang es, Gerätschaften zusammenzutragen und die FFW Oelze neu zu formieren.

Tragkraftspritzenanhänger(TSA) und Zugmittel (Fahrzeuge) aus den Betrieben des Ortes ermöglichten nach dem Krieg den Einsatz der oelzer Feuerwehr.

Mit der Einführung des vorbeugenden Brandschutzes, entwickelte sich das Löschwesen in der DDR auf eine neue Stufe. So wurden Brände in ihren Ausmaß bedeutend eingeschränkt, weil unsere Wehr durch moderne Technik und einem hohen Ausbildungsstand durchaus in der Lage war, die Brände im Keim zu ersticken, oder auf ihren Herd zu beschränken.

Dass sich die Feuerwehr Oelze hier besondere Verdienste erworben hat, beweisen viele Anerkennungen und Dankschreiben durch vorgesetzte Dienststellen. Aber auch die Dankschreiben von Gemeinden und Betrieben, denen die Feuerwehr vorbildliche Hilfe leistete, nehmen einen Ehrenplatz ein.

Den älteren Bewohnern des Ortes ist der verheerende Großbrand im Kernsthal 1959 noch in trauriger Erinnerung. So auch der Waldbrand von1964 im Oelzetal. Selbst bei Sturm- und Hochwasserkatastrophen vollbrachte die Freiwillige Feuerwehr Oelze hervorragende Dienste.

 

Durch die Anschaffung einer TS 8 mit TSA wurde die Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses unbedingt notwendig. Im Jahre 1957 begann der Bau des Gebäudes. Bis zur Fertigstellung und Übergabe der Einrichtung, leisteten die Kameraden der oelzer Wehr ca. 4.000 Stunden in freiwilliger Arbeit.

 

Zur Verstärkung der hiesigen Feuerwehr, wurde mit Unterstützung des Rates der Gemeinde Katzhütte-Oelze im Jahre 1963 ein alter LKW Opel angekauft und als Vorspannfahrzeug aufgebaut. Dies war notwendig geworden, um die Einsatzbereitschaft der Wehr weiter zu erhöhen, denn bei Einsätzen blieben oftmals die Vorspannfahrzeuge aus, oder trafen zu spät ein. So mussten die Kameraden manches Mal vergeblich am Gerätehaus warten, um in Einsätze fahren zu können.

1968 wurde in der Feuerwehr Oelze eine Frauenlöschgruppe gegründet.

Im Jahre 1971 erhielt die Wehr das erste neue Löschfahrzeug und erhöhte damit ihre Einsatzbereitschaft. Mit dieser Anschaffung machte sich erneut eine Erweiterung des Gerätehauses notwendig, bei der die Kameraden abermals unzählige freiwillige Arbeitsstunden leisteten.

Im Jahre 1974, also zum 150jährigen Jubiläum des Löschwesens in Oelze, erhielten die Kameraden einen Schulungsraum für effektive theoretische Ausbildungen, der bis dahin fehlte. Für das Bauholz tätigten die Kameraden selbst den Holzeinschlag und wieder mussten dafür viele Stunden aufgebracht werden.

Rudolf Heinze übernahm ab 1978 die Wehr von Oelze, nachdem Helmut Witzmann aus Altersgründen ausschied. Kamerad Heinze verstand es, bis zum Jahre 1992 die Wehr im Bereich der jungen Brandschutzhelfer, der Frauenlöschgruppe und der operativen Einsatzgruppe zu vielen Erfolgen im Kreismaßstab des damaligen Kreises Neuhaus und darüber hinaus zu führen.

In diesen Jahren war die Teilnahme der Wehr am Feuerwehrwettkampfsport sehr erfolgreich, auch die hohe Einsatzbereitschaft war vorbildlich. 

1988 bekam die oelzer Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug, Typ Barkas 1000(B1000), welches 1992 durch den Landkreis Neuhaus am Rennweg mit einem erweiterten Rüstsatz ausgestattet wurde. Im Jahre 1991 wurde der Feuerwehrverein Oelze e.V. gegründet. 5 Jahre später erfolgte die Gründung der Jugendfeuerwehr Oelze.
2003 wurde ein neues, modernes Löschfahrzeug(LF8/6) übergeben

 

 

 

 
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